Bindegewebe Teil 2

Bindegewebe Teil 2

Die Bestandteile des Bindegewebes

Im Bindegewebe kann man zelluläre und extrazelluläre Bestandteile unterscheiden. Die Zellen teilt man in ortsständige bzw. fixe Zellen ein, die immer im Bindegewebe vorkommen, und in bewegliche bzw. mobile Zellen, die sich in bestimmten Situationen durch das Bindegewebe bewegen können. Alle extrazellulären Bestandteile bezeichnet man als Matrix. Sie wird deshalb auch extrazelluläre Matrix genannt.

  • Die Matrix enthält folgende Bestandteile: -Kollagene Fasern ; -Elastische Fasern ; -Grundsubstanz ; -Wasser ; -nicht-kollagene Fasern.
  • Die kollagenen Fasern des BGs (=Bindegewebe) bestehen aus kollagenen Fasern, die wiederum aus kollagenen Proteinen aufgebaut sind.
  • Die elastischen Fasern bestehen ebenfalls aus Fibrillen und Mikrofibrillen, jedoch elastischen , und sind aus Strukturproteinen zusammengesetzt.
  • Die Grundsubstanz des BGs besteht aus Proteoglykanen ( PGs) und Glykosaminoglykanen ( GAGs) sowie aus Proteoglykanaggregaten. Die Grundsubstanz verbindetzellen und Fasern miteinander und bindet außerdem Wasser.

Um diese Bindungen zu ermöglichen, enthält die Matrix auch nicht- kollagene Proteine, die Verbindungs- und Vernetzungsproteine.
Die Unterschiede der einzelnen Gewebe des Bewegungsapparates ergeben sich aus der Art der Bindegewebszellen und den unterschiedlichen extrazellulären Bestandteilen, die von den Zellen produziert werden.Die Menge der synthetisierten Komponenten wird dabei durch einen Rückkopplungsmechanismus gesteuert: Wenn die Zelle bzw. viel Kollagen produziert, wird automatisch die Menge an synthetisierten Glykosaminoglykanen und Proteoglykanen geringer und umgekehrt.

Die fixen Zellen, sind wie der Name schon sagt, im Gewebe gebunden. Das bedeutet, dass sie innerhalb des BGs entstehen, dort leben und sterben.Alle ortsständigen Zellen entstehen embryonal aus den Mesenchymzellen des Mesoderms.

Die ortsständigen Zellen lassen sich einteilen in die Bindegewegszellen:- Fibroblasten und Fibrozyten ; -Chondroblasten und Chondrozyten ; - Osteoblasten und Osteozyten. Andere fixe Zellen die vorkommen sind Mastzellen und Fettzellen.

Der Unterschied zwischen einem Blasten und einem Zyten wird in der Literatur unterschiedlich beschrieben. Einige Autoren sind der Meinung, daß der Blast die junge Zelle repräsentiert und der Zyt die erwachsene.Andere Autoren dagegen beschreiben den Blast als die synthetisch aktivere Zelle und den Zyt als die ruhende, wenig aktive oder inaktive Zelle.

Histologisch unterscheidet sich der Blast einerseits optisch vom Zyt , der normalerweise kleiner, schmaler und eher von länglicher Form ist.Anderseits sieht man, daß der Blast im Gegensatz zum Zyt ein großes endoplasmatisches Retikulum und einen großen Golgi-Apparat besitzt und reich an Mitochondrien ist.

Der Säuregrad des Gewebes bestimmt, zu welchem Zelltyp sich die Mesenchymzellen entwickeln. In Gewebe mit hohem ph-Wert trifft man Fibroblasten und Osteoblasten an. Sie können nur in einem alkalischen Milieu überleben. Chondroblasten hingegen in schlecht durchbluteten Gewebe mit geringem Sauerstoffgehalt und niedrigem pH- Wert, also in einem sauren Milieu.

Fibroblasten und Fibrozyten

Diese Zellen findet mann in Kapseln, Bändern, Aponeurosen, Membranen, Sehnen, Sehnenscheiden, intramuskulärem und intraneuralem Bindegewebe und teilweise in Menisken, Disken und Bandscheiben.In all diesen Gewebe ist das Sauerstoffangebot relativ hoch.sie sind normal durchblutet und haben einen relativ hohen pH-Wert und einen niedrigen Säuregrad.der Name Fibroblast deutet an, daß diese Zellen in der Lage sind, Fasern zu produzieren. Fibroblasten produzieren vornehmlich kollagene und elastische Fasern. Sie synthetisieren des weiteren GAGs und PGs, die die Grundsubstanz bilden, und die verschiedenen nicht-kollagenen Proteine, die als Verbindungs- und Vernetzungsproteine für die Stabilität des BGs sorgen.

Fibroblasten können phagozytieren. außerdem können sie geringe Mengen an kollagenasen freistzen. Kollagenase ist ein Enzym, daß die Molekularstruktur des Kollagens aufbrechen kann. das isr wichtig, damit alte kollagene Moleküle abgebaut und durch neue erstzt werden können. die kollagenase kann die verschiedenen stabilisierenden Verbindungen im Gewebe wie H-brücken zwischen und innerhalb der kollagenen Moleküle auflösen. Dieser Effekt kann therapeutisch bei Gelenkmobilisationen und Muskeldehnung genutzt werden.

Fibroblasten spielen eine zentrale Rolle während der Wundheilung.

Dabei spielen die Myofibroblasten, eine Sonderform der Fibroblasten, eine große Rolle. Der Myofibroblast besitzt innerhalb der Zelle Aktin -und enthält möglicherweise auch Myosinfilamente, damit ist er in der Lage, sich zu kontrahieren.

Myofibroblasten findet man während der ersten Phase der Wundheilung, vor allem in der Proliferationsphase im Gewebe. Sie sind dort für die Stabilität des neu wachsenden Gewebes verantwortlich. Wenn dann in der Konsolidierungs- und Umbauphase der Wundheilung die kollagenen fasern dicker und stabiler werden und die Menge an Grundsubstanz zunimmt, sinkt die Zahl der Myofibroblasten. Sie sind nicht mehr notwendig und verschwinden langsam.

Außer in Wundheilungprozessen findet man Myofibroblasten auch während entzündlicher, z. B. rheumatischer, Prozesse. Auch bei Erkrankungen wie Morbus Dupuytren oder bei Leberzirrhose sind Myofibroblasten aktiv.Physiotherapeutische Maßnahmen, die Gewebe unter Myofibroblasteneinfluß dehen, sind wenig erfolgversprechend.

Chondroblasten und Chondrozyten

Diese Zellen findet man in Gewebe in denen das Sauerstoffangebot gering ist. Diese Gewebe besitzen keine direkte Durchblutung. Ihr pH-Wert ist niedrig, das Gewebe sauer. Im Knorpel findet man ausschließlich solche Zellen, außerdem in den Strukturen der Bandscheiben, der Disken und Menisken, in denen keine Gefäße mehr vorhanden sind. im Knorpel liegen die aktiven und runden Chondroblasten meistens in Gruppen zusammen.
Chondroblasten und Chondrozyten erhalten den notwendigen Sauerstoff und die Nährstoffe über die Diffusion und Osmose. die Abfallprodukte werden auf die gleiche Art entsorgt.

Osteoblasten und Osteozyten

Diese Zellen findet man im Knochengewebe.sie sind stark von der Sauerstoffversorgung abhängig, weshalb sich in ihrer direkten Nähe immer Blutgefäße befinden.

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