Karate bei COPD ?

Karate bei COPD ?

Karate bei COPD

Körperliches Training ist bei COPD Teil der Therapie. Aber welche Sportarten sind geeignet und wie kann man sich vor Atemnot schützen?

Gründe für körperliches Training gibt es für Lungenpatienten viele:
Es verbessert die Lungenfunktion, steigert die Belastbarkeit und erhält die Muskulatur.
Was auch immer Sie tun: Bleiben Sie in Bewegung!

Welche Sportarten sind bei COPD geeignet?

Studien belegen, dass Patienten aller Schweregrade von körperlichem Training profitieren! Grundsätzlich wird eine Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining bei COPD empfohlen. Welche Trainingsform angemessen ist, hängt jedoch stark von der Belastbarkeit des Einzelnen ab:

  • Patienten mit leichter bis mittelschwerer COPD profitieren am meisten von einem Training der Ausdauer. Ein Training mit gleichmäßiger Belastung ist hier besonders geeignet: Wandern, Nordic Walking, leichtes Joggen, Radfahren, Tanzen, Schwimmen und Gymnastik sind nur einige von vielen möglichen Sportarten.
  • Patienten mit mittelschwerer bis schwerer COPD sind häufig von einem krankheitsbedingten Verlust der Muskelmasse betroffen. Für sie ist eventuell ein fachlich betreutes Kraftraining zum Muskelaufbau sinnvoll, bevor sie Ausdauersport betreiben. Die Art und Weise des Trainings sollten daher vor allem Patienten in den fortgeschrittenen Stadien mit einem Lungenfacharzt abstimmen.
  • Auch für Patienten mit sehr schwerer COPD, starker Atemnot und Sauerstoffpatienten sind positive Effekte belegt. Diese Patienten sollten im Rahmen einer Reha-Maßnahme an ein angemessenes Training unter ärztlicher Aufsicht herangeführt werden.
  • Für Patienten aller Schweregrade eignet sich insbesondere Lungensport, der speziell auf Lungenpatienten abgestimmt und von Experten betreut wird.

Gibt es ungeeignete Sportarten?

Vor allem Anfänger sollten intensivere Sportarten, die schnell eine Überlastung mit sich bringen können, vermeiden. Dazu gehören laufintensive Sportarten wie Tennis, Fußball und Badminton. Auch Höhensport wie Bergwandern ist aufgrund der Höhenluft eher ungeeignet.

Kampf- und Kraftsportarten sind zwar nicht generell ungeeignet, eignen sich aber weniger, wenn es um den Erhalt der Lungenfunktion und der Lebensqualität geht. Hier zeigt ein Training der Ausdauer die besten Ergebnisse.

Natürlich sind die Grenzen der Belastbarkeit stark vom einzelnen Patienten abhängig. Letztlich ist daher nicht die Sportart entscheidend, sondern das Maß der Intensität, mit der ein Sport betrieben wird. Anders formuliert: Alles ist erlaubt, solange Sie die eigenen Grenzen richtig einschätzen und Überanstrengung vermeiden.

Wie schütze ich mich vor Atemnot beim Sport?

Auch Patienten mit Atembeschwerden sollten die Bewegung nicht scheuen! So können Sie sich schützen:

  • Intensität langsam steigern: Wenn Sie sich schon länger nicht mehr sportlich betätigt haben, fangen Sie langsam an und steigern Sie dann die Trainingsdauer von Mal zu Mal.
  • Gut aufwärmen: Wärmen Sie sich vor dem Trainingsbeginn gut auf, damit Ihr Körper sich langsam auf die erhöhte Belastung einstellen kann.
  • Nicht überanstrengen: Auch für die einzelne Trainingseinheit gilt es, die Anstrengung nur langsam zu steigern und sich nicht zu überanstrengen.
  • Hitze vermeiden: Im Sommer sollten Sie Sport nicht in der Mittagshitze betreiben. Nutzen Sie lieber die kühleren Morgenstunden für einen ausgedehnten Spaziergang oder eine Joggingrunde.
    Halten Sie immer Ihr Notfallmedikament bereit.
  • Atmung trainieren: Für COPD-Patienten ist die Atemphysiotherapie eine wirkungsvolle Methode, um Störungen der Atmung zu behandeln.


Quelle:
H. Worth, A. Meyer, H. Folgering (et al.): Empfehlungen der Deutschen Atemwegsliga zum Sport und körperlichen Training bei Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen. Pneumologie 2000, 54: 61-67.

Ich bin Karateka und Patient

Ich betreibe seit 1974 Karate und war viele Jahre in meiner Jugend Leistungssportler. Ein Lebe ohne Sport ist zwar möglich, macht aber keinen Sinn.
Jahr für Jahr wurde meine Luft im Sport weniger. Ich dachte immer, es sei meine Kondition die langsam verloren geht. Nach dem ich mich immer mehr quälte ging ich zu einem Pneumologen und dieser stellte 2014 meine COPD Erkrankung fest. Tief erschüttert beschäftigte ich mich mit meiner Krankheit und fand mit meinem Beschluss Karate weiter zu betreiben auch Unterstützung bei meinem Arzt.Fakt ist, dass es nicht mehr besser wird. Aber durch eine entsprechende Medikation und ein angepasstes Training werde ich der Karate-Sport-Welt noch lange erhalten bleiben.
Als Flachlandbewohner merke ich es sehr deutlich, wenn ich in den Höhenlagen Karate betreibe. Auch Wetterumschwünge machen sich stark Bemerkbar. So fällt es mir sehr schwer mit meinen 49 Jahren noch richtig aktiv im Wettkampfgeschehen einzugreifen. Bei meinem letzten Wettkampf kam die Höhenluft und ein Wetterumschwung zusammen und ich konnte die 4 Kata-Runden mit Mühe und Not absolvieren, was sich am Wettkampfergebnis niederschlug. Im Kumite konnte ich nicht mehr mithalten und ich musste das Turnier abbrechen.

Zu schnelles Atmen, zu wenig Kondition und ich musste zu mir selbst ehrlich sein und habe dann abgebrochen, aber nicht aufgegeben!

Viele COPD Patienten geben sich bereits bei der Diagnose auf, aber wir als Karateka können das nicht, wir leben unser Karate.

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