Kuro Obi

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Kuro-Obi

Kuro Obi 黒帯 (Schwarzgurt)

Ich bin mir sicher, dass wenn Sie das Wort „Schwarzgurt“ hören, es für Sie mehr bedeutet, als nur einen schwarzfarbenen Gürtel. Für einen Karateka bedeutet es viele Jahre des harten Trainings und einen gewissen Stolz. Für jemanden, der keine Ahnung vom Karate hat, bedeutet es häufig der höchste Rang im Karate.

Wegen des Filmes „Kuro Obi“ hat dieser japanische Begriff bei vielen Übenden stark an Bekanntheit gewonnen. Der Film hat zwar kein Hollywood-Niveau, aber der japanische Lehrer Naka Sensei spielt in diesem Film mit. Ich finde es toll einen richtigen Karateka in einem Karate-Film zu sehen. Unter dem folgenden Link können Sie sich den ganzen Film anschauen:

Welche Farbe Ihr Gürtel auch haben mag, Sie tragen ihn bei jedem Training und sind stolz darauf. Die Gürtel machen einen großen Teil unseres Karatetrainings aus, dennoch gibt es viele Fakten dazu, die Sie nicht kennen können. Vielleicht haben Sie sich in der Vergangenheit für die Gürtelstufen interessiert unbd tun das heute immer noch. Die Themen in diesem Artikel sind mehr oder weniger, trivial im Bezug auf das Karate, aber ich finde es trotzdem interessant. Zu einem gewissen Ausmass ist es für uns alle wichtig, bestimmte Sachen zu wissen und zu schätzen. Aus diesem Grund hoffe ich, dass dieser Artikel Ihnen helfen wird, dass Karate und dessen Kultur besser zu verstehen.

Der Dan-Grad und das Schwarzgurt-System im Karate ist an sich ein interessantes und rätselhaftes Thema. Wir sollten uns die Geschichte anschauen, um zu verstehen, wo dieses System seine Ursprünge hat. Viele Leser dürften bereits wissen, dass es im okinawanischen Karate, welches von Meister Funakoshi in Japan eingeführt wurde, kein Gürtelsystem gab. Wussten Sie, dass Funakoshi dieses System aus dem Judo übernahm? Der Erfinder von Judo, Jigoro Kano (1860 – 1938), war ein sehr gebildeter Mann und außerdem sehr talentiert und erfolgreich auf geschäftlichem und akademischem Gebiet.
Zum Beispiel gründete er 1882 die Kampfkunst Judo und in kürzester Zeit erreichte sein Dojo eine Mitgliederzahl von mehreren tausend Menschen. Er war auch einer der ersten Repräsentanten des olympischen Komitees in Japan. Man vermutet, dass er das Dan-System etwa zur selben Zeit einführte, in der er das Judo aus Jujitsu entwickelte. Wie Sie bereits wissen dürften, hatten das Judo und Kano Jigoro einen großen Einfluss auf das Shotokan-Karate in der anfänglichen Phase von Funakoshis Unterricht in Tokio. Ob Sie es glauben, oder nicht, aber selbst der Name „Shotokan“ zeigt diesen Einfluss. Der Name des Judo-Hauptquartiers war Kodokan und in der Welt der Kampfkünstler des damaligen Tokios war dies ein sehr respektabler Name. Somit übernahm Funakoshi das Zeichen für „Kan“ (館: Halle, Gebäude) in Shotokan, vielleicht hoffte er, dass sein Dojo genauso groß werden würde wie das Kodokan. Es gibt noch einen Grund, warum Funakoshi den Namen Shotokan wählte: Er glaubte an nur ein Karate und wollte keine eigene Stilrichtung (Ryu) gründen. Im Judo gab es nur eine Organisation, das Kodokan und das gefiel ihm. Er wollte genau die selbe Entwicklung auch für das Karate sehen, deshalb wählte er den Namen Shotokan und weigerte sich „Ryu“ zu verwenden. Aus diesem Grund hat das Shotokan kein Ryu am Ende, wie z.B. das Shito-Ryu, oder das Goju-Ryu. Neuerdings bezeichnen einige Leute Shotokan Karate als Shotokan-Ryu, und ich glaube nicht, dass Funakoshi das begrüßen würde.

Funakoshi hatte die ersten Dan-Urkunden an einige seiner Schüler 1924 vergeben, zwei Jahre nachdem er nach Tokio migrierte. Rot/Weisse Gürtel war in der Anfangsphase des Shotokan-Karate die höchste Stufe, die man erreichen konnte, der Godan (5. Dan), da man es der Regelung in Judo gleich tat. Da die Mitgliederzahl von Judo wuchs, erweiterte der Kodokan die höchst erreichbare Stufe auf den 10. Dan. Karate folgte diesem Beispiel, deshalb haben wir heute auch den 10. Dan im Karate. In manchen Karatestilen besitzt der Träger eines höheren Dan-Grads einen anderen farbigen Gürtel. Ein Übender mit dem 6., 7., oder 8. Dan trägt einen rot-weißen Gürtel und beim 9. und 10. Dan trägt man einen roten Gürtel. Auch diese Gürtel sind eine Imitation des Gürtelsystems aus dem Judo.

In manchen Stilen werden auf den schwarzen Gürtel Streifen gestrickt, um zu zeigen, welchen Dan man trägt. Es stimmt schon, dass man nicht sagen kann, welchen Dan jemand inne hat, wenn der Gürtel einfach nur schwarz ist. Ich persönlich mag die Idee der Dan-Balken nicht.
Es gibt auch die Ansicht, dass der schwarze Gürtel durch das abtragen wieder weiss werden soll und man damit zu seinen Änfängen zurückkehre. Ich persönlich habe bereits meinen dritten schwarzen Gürtel gekauft, so dass er ordentlich meinen Karateanzug ziert. Die meisten Karatemeister kaufen sich mit Abischt einen Gürtel aus günstiger Seide, so dass es bald zu den ersten Abnutzungen der Seide kommt und der Gürtel recht zeitnach weiss wird. Warum kauft man sich nicht einen ordentlichen Baumwollgürtel von höher Qualität und versucht diesen dann abzutragen? Nun, weil das sehr sehr lange dauern wird. Viele werden es nicht schaffen, dass sich die Baumwolle abnutzt. Mein Baumwollgürtel sieht grau aus und nichts ist vom Gürteluntergewebe zu sehen.

Die Zeiten ändern sich, das Karate entwickelt sich weiter und letzlich ist es egal wie der Gürtel aussieht, so lange der Karateka der den Schwarzengürtel trägt ein guter Karatemeister, ein Lehrer und Vorbild ist.

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