Sandsack-Training

Sandsack-Training

Das Sandsacktraining unterstützt das Erlernen von effektiven Techniken. Techniken die wir an der Makiwara trainiert haben, können wir nun an einem beweglichen Gegenstand weiter festigen. Durch die pendelnde Bewegung des Sandsacks werden wir sehen ob wir genügend an der Makiwara trainiert haben oder ob unsere Gelenke zu instabil und unsere Muskeln noch nicht stark genug sind. Natürlich stellt das Sandsacktraining auch eine Abhärtung unserer Gliedmaßen dar. Wie auch beim Makiwara-Training sollte man besonnen, wohl überlegt und mit Bedacht an das Training gehen. Habt ihr keinen Lehrer, der mit einem Sandsack umgehen kann und Euch die Handhabung dieses Geräts nicht richtig erläutert, dann geht in ein Boxstudio und lasst euch beraten (habe ich auch gemacht).

Der Sandsack ist ein in der Regel eine zylindrischer Körper, aber heute gibt es viele verschiedene Formen. Er wird an der Decke des Raumes oder auch an der Wand durch einen Galgen freihängend an Ketten oder Seilen befestigt und stellt damit ein geringfügiges und dynamisches Ziel dar. Es gibt verschiedene Materialien aus dem ein Sandsack hergestellt wird. Er kann aus Leder, Kunstleder oder auch aus Leinen (Segeltuch) bestehen. Die einen schwören auf Leder und die anderen wiederum auf Leinen. Nun ich denke, dass ist egal. Nicht nur die Materialien sind unterschiedlich, sondern auch die Größen und die Füllungen der Sandsäcke. Die Füllungen sind heute meist Kunststoffe, weil der ursprüngliche Füllstoff, der Sand sich nicht bewährt hat. Der Sand ist erstens zu hart und kann entsprechende Verletzungen hervorrufen und er nimmt schnell die Feuchtigkeit auf. Wenn man Sand als Füllung nimmt, dann benötigt man noch einen dichten Innensack, damit der Sand nicht herausrieselt und somit wird unser Trainingsgerät immer teurer.

Was füllt man nun in einen Sandsack?

Ich habe Stoffreste aus dem Haushalt zerschnitten und mit groben Hobelspänen und feinen Sägespäne untereinander gut vermischt und in den Sandsack gefüllt. Bei einem Sack von 180 cm Länge und ca. 40 cm Durchmesser war ich am Anfang bei rund 30 Kilogramm gesamt Gewicht. Durch das ständige benutzen musste ich den Sandsack weiter füllen und so wurde er immer fester und schwerer. Heute wiegt er ca. 60 Kilo und ist angenehm schwer und hart. Das Gewicht des Sandsacks richtet sich in der Regel nach dem was man damit trainieren möchte und welche Könnerstufe man hat sowie auch nach dem Körpergewicht des Trainierenden. Man muss es ausprobieren mit welchem Gewicht man einen Trainingserfolg ohne Verletzungen erzielt. Auch hier gilt der Grundsatz, dass weniger meist besser ist als mehr. Es kommt beim Training immer wieder die Frage nach Schutzmaßnahmen für Hände, Füße, Ellenbogen, Kopf, Knie und was weiß ich womit man noch in Kontakt treten kann beim Sandsacktraining. Die eine Sorte an Karateka werden sicherlich Ballhandschuhe, Kopfschutz, Fußschutz, Ellenbogen- und Knieschützer tragen, damit sie keine Schürfwunden erleiden und die anderen werden dies nicht tun. Wie trainieren wir an der Makiwara? Richtig! Also machen wir das auch am Sandsack so. Oder Ihr stellt Euer Makiwara-Training um auf Schutzausrüstung. Empfehlen kann man einen Anfänger auf jedem Fall Bandagen welche die Gelenke stabilisieren, denn man die Verletzungsgefahr ist sehr hoch. Man kann dafür Boxbandagen nehmen oder Selastickbinden. Kinder und Jugendliche sollten auf keinen Fall am Sandsack trainieren. Sie befinden sich im Wachstum und haben noch nicht die kräftig ausgebildeten Gelenke und Muskel wie Erwachsene oder Jugendliche. Das kann man mit Bandagen oder irgend welcher Schutzausrüstung nicht auffangen. Nun wollen Kinder dennoch wie die Großen trainieren und das geht! Einfach einen leichten Gummiball in ein Ballnetz gelegt, dass Ballnetz aufgehangen und los geht's für die Kinder. Die haben Ihren Spaß und erlernen so das treffen eines beweglichen Zieles, das richtige Distanzgefühl zu entwickelt und auch mal die Zähne zusammen zubeißen, wenn der Ball am Körper knallt und brennt.

Wie schlägt man gegen den Sandsack?

Es gibt zwei Möglichkeiten. Die eine Möglichkeit ist, das der Sandsack ruhig und somit senkrecht hängt und wir die Technik gegen ihn anbringen, so dass er sich durch die Wucht der Technik in Bewegung setzt. Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass sich der Sandsack bereits bewegt und wir die Technik anbringen, bevor der Sandsack in die Senkrechte zurückkehrt. Damit meine ich die Sandsackbewegung auf uns zu und nicht die von uns weg, denn dann schlagen wir nicht gegen sein Gewicht sonder schuppsen ihn nur weg von uns. Verwendet die erste Möglichkeit, als Anfänger und die zweite als Fortgeschrittene. Übt euch erst mit leichten Techniken und denkt immer daran die Techniken wie im Kihon auszuführen und nicht wie ein Boxer! Ansonsten wäre zum Abschluss noch zu erwähnen, dass man Sandsacktraining mit dem selben Grundgedanken wie das Training an der Makiwara durchführt. Am Sandsack darf es etwas dynamischer sein, aber das erlernen von dem richtigen Körperschwerpunkt, dem fokussieren der verschiedenen Techniken, dem richtigen ausführen der Techniken, dem ausüben von Zanchin und so weiter stehen im Vordergrund.

© Copyright Thomas Züllich

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